57.) Ortler (3906m) - Höchster Berg Südtirols am 2., 3. u. 4. September 1992 Sulden/Südtirol/Italien

(mit Brigitte, Schwarzgruber Walter und Peter aus Graz)

 

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3906m

Der Blick vom Stilfser Joch zum Ortler

 

2. September: Am Vormittag fahren wir über 49 Kehren, eine einmalige Straße, hinauf zum Stilfser Joch (2750m). Von hier haben wir einen sehr schönen Blick auf das Ortlermassiv. Am Nachmittag fahren wir weiter nach Sulden (1845m). Wieder geht's mit dem Sessellift zur K2 Hütte (2330m). Um 13:50 gehen wir von der K2 Hütte über den Weg Nr. 10, ein sehr guter ebener Weg, ab. Kurz vor der Tabaretta Hütte führen einige Serpentinen zur Hütte hinauf.

Nach einer Gehzeit von 1:10 erreichen wir um 15:00 die Tabaretta Hütte (2550m).

Der Ortler (3906m)
Der Blick nach Westen Tabarettakamm und Gipfel Am Tabarettakamm

Bei einem 1/4 Rotwein sitzen wir sehr gut auf der sonnigen Terrasse der Hütte. Vor uns das imposante Bild der Ortler Nordwand. Um 15:50 gehen wir von der Tabaretta Hütte über einen schönen Wanderweg in einer Gehzeit von 1:30 zur Julius Payer Hütte (3020m). Tel.: 040473/75410 Von der Hütte genießt man eine herrliche Aussicht auf die Alpen.

3906m
Der Tabarettakamm (links) und der Ortler

Wir sind nicht sicher ob wir morgen auf den Gipfel kommen, da es heute ein Bergführer mit einer Gruppe versucht hätte. Er ist jedoch wegen des Neuschnees wieder umgekehrt. Es sind also keine Spuren vorhanden. Heute ist Mittwoch und es war in dieser Woche noch niemand auf dem Gipfel. Zwei Bergführer aus Innsbruck wollen es jedoch Morgen mit ihren Gruppen versuchen.

Der Aufstieg

3. September: Tagwache um ca. 5:30. Draußen ist es noch dunkel. Wir warten bis die Gruppen mit Stirnlampen losgehen. Um ca. 6:30 gehen auch wir von der Hütte ab - am Seil und ohne Steigeisen. Das Wetter sieht nicht gerade einladend aus zum Bergsteigen. Im Westen sehen wir eine dicke Wolkenfront auf uns zukommen. Als der Weg nach etwa 15 Minuten etwas schwierig wird, beginnen wir zu überlegen (Wartezeit ca. 45 Minuten) ob wir nicht umkehren sollen. Auch die 3 Münchner Bergsteiger kehren wieder um. Als jedoch Peter aus Graz mit seiner Sicherheit "Das Wetter wird besser" zu uns stößt, schließen wir uns zu einer 4-er Seilschaft zusammen und gehen los. Vorerst ohne Seil jedoch mit Steigeisen. Das überqueren der Tabaterra Spitze ist eine ganz beachtliche Kletterei im II. Grad. Neuschnee auf den Felsen erschwert das Gehen. An den steilsten Stellen sind Drahtseile und Ketten angebracht die man auch sehr gerne verwendet. Der Grat ist sehr ausgesetzt, wer jedoch diese ersten Hürden schafft, sollte man meinen, kommt auf den Gipfel. Ich habe ein wenig Angst vor dem Abstieg. Wir kommen am Gletscher an und überqueren zuerst ein steiles Schneefeld. Vor uns sind immer die 2 Gruppen, sodass wir den Weg schon sehen können. Nun geht es ein kurzes Stück steil hinauf über den Gletscher (ca. 40 Grad). Der Weg wird oben flacher und führt vorbei an großen Spalten. Auf schmalen Schneebrücken überqueren wir einige dieser Spalten. Der Schnee wird immer weicher und das Steigen immer beschwerlicher. Ich komme etwa 1 1/2 Stunden vor dem Gipfel an meine Grenzen (vermutlich Kreis-lauf) und will umkehren. Walter und Peter gehen schneller auf den Gipfel. Ich überwinde mich und steige mit Gitti langsam immer höher. Der Weg wird oben immer flacher und so erreichen wir etwa 1/2 Stunde nach den beiden um 11:45 nach einer Gehzeit von 4 1/2 Stunden den Gipfel. Glücklich über den Sieg genießen wir die herrliche Aussicht auf die schier unzähligen Berge rundherum. Das Ortlerlied wird gesungen. Wir sind ca. 20 Bergsteiger am Gipfel.

3906m

Nach einer 1/2 Stunde Rast beginnt für uns um 12:15 der Abstieg. Erst sehr leicht über den flachen oberen Teil. Etwa um 13:30 kommen uns die 3 Münchner entgegen. Sie haben sich später doch noch entschlossen auf den Gipfel zu gehen. Dann geht es über den steileren Teil des Gletschers hinunter. Schwieriger wird der Abstieg über den Grat. Wir werden immer wieder aufgehalten von den Gruppen, die auch beim Abstieg vor uns gehen. An einigen steilen Stellen und schneebedeckten Felsen sichern wir uns. Wir überholen kurz vor der Payer Hütte die 2. Gruppe. Beinahe wären von dieser Gruppe 2 Leute abgestürzt als sie auf einem schneebedeckten Fels ausgerutscht sind. Wir erreichen um 16:00 nach einer sehr anstrengenden Bergtour wieder die Payer Hütte. Nach einer Rast steigen wir um etwa 17:30 zur Tabaretta Hütte ab. Die Gehzeit beträgt ca. 1 Stunde. Das Bier schmeckt gut nach so einer Tour und wir verbringen die Nacht auf der Tabaretta Hütte.

4. September: Wir steigen von der Tabaretta Hütte ab zur K2 Hütte und fahren mit dem Sessellift hinunter nach Sulden. Gehzeit ca. 1 Stunde.

 


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