Die ETRUSKER in Schlagworten
eine kurze Einführung anläßlich einer Toskanarundfahrt des Lehrerkollegiums des BG/BRG Carnerigasse im Frühjahr 1998
Zunächst der geographische Überblick
Etrurien zwischen Arno und Tiber
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Erste Hoch-u.damit Stadtkultur auf dem Boden Italiens
Basis des wirtschaftlichen Aufschwungs:
Erzgewinnung Eisen, Kupfer, Zinn, Silber,Blei
Weigehender Handel mit Metallprodukten auch zur See; Bergbauzentren: Elba, monti metalliferi nördlich von Populonia, Tolfaberge nördl.v.Cerveteri.
| Sprache und Schrift .. Schrift ist entziffert, die Sprache weitgehend unverständlich..Schrift lehnt sich an westgriechische Vorbilder an (wie auch die lateinische). Keine literarischen Quellen, nur Grabinschriften, rituelle Texte. | ![]() |
Architektur, Stadtplanung
Gründungsritus....mit dem Pflug wurde eine Furche um das ausgewählte Gebiet gezogen...sacrale Grenze(vgl.das Pomerium des antiken Rom); der Grundriß wurde bestimmt von zwei sich rechtwinkelig sich kreuzenden Straßen, dem Cardo (N-S) u.dem Decumanus (O-W). was auch von den Römern beibehalten wurde. Stadtmauern erst ab dem 4.Jh, als die Galliereinfälle und die Kämpfe mit Rom sie nötig machten
| erhalten ist noch die Porta all`arco in Volterra | ![]() |
Tempel
große Unterschiede zum griechischen...oft dreischiffige Cella (Iupitertempel auf dem Kapitol in Rom), richtungsorientiert, auf Podium, Dachkonstruktion aus Holz

| Götterstatuen aus Terrakotta am Dachfirst (rechts der berühmte Apollon aus Veii, dem Vulca zugeschrieben-Ende 6.Jh) | ![]() |
Religion
starker Einfluß auf die Römer bes. wichtig die Mantik (Erforschung des göttlichen Willens aus divers.Zeichen)
| Bronzeleber von
Piacenza Der Himmel oder-wie hier-die Leber eines Opfertieres wurden in einzelne Sektoren mit dazugehörenden Gottheiten eingeteilt eingeteilt; wenn sich in der Region einer Gottheit nun "was tat", hatte das eine bestimmte Bedeutung. |
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Nekropolen
Totenstädte der Etrusker, außerhalb der Wohnstädte, viele ausgegraben, durch ihre Ausstattung (Grabbeigaben, Wandmalereien) geben sie Einblick in das Leben dieses Volkes.
| rechts ein Beispiel aus Cerveteri nördlich von Rom | ![]() |
| Sie bewahren berühmte Beispiele der etrusk.Monumentalmalerei bes. in Tarquinia (zumeist 6.-4.Jh.).Themen: das Leben der aristokratischen Oberschicht(Gelage, athletische Wettkämpfe,Tanz...als Beispiel die Tomba dei leopardi in Tarquinia(5.Jh.) | ![]() |
Ein weiteres Spezificum etrusk.Kunst sind die Bronzespiegel mit Gravuren auf der Rückseite.Als Beispiel diene der Kalchas-Spiegel, der den griech.Seher in der Gestalt eines etrusk.Haruspex zeigt:

Geschichte
Die Blütezeit der etrusk.Stadtstaaten fällt in die Zeit von 700-500 v.Chr.Wirtschaftliche Konkurrenten auf den damaligen Märkten waren die Griechen, die eine große Anzahl von Kolonien in Süditalien und Sizilien gegründet hatten. Ab dem 5.Jh.bekamen die Griechen die Oberhand (Niederlage der etrusk.Seestädte in der Schlacht vor Kyme 474 v.Chr. Knapp vorher (510 v.) war auch in Rom die etrusk.Dynastie gestürzt worden.
12 Städte gehörten einem lockeren Staatenbund an; keine von ihnen konnte sich eine Hegemonie wie später Rom erkämpfen; das erleichterte den Römern die Unterwerfung Etruriens; wohl gab es ein Bundesheiligtum in Volsinii (d.heutigen Orvietto),in dem sich alljährlich Delegationen aus den 12 Städten trafen, aber die Gemeinsamkeit erschöpfte sich wie etwa bei den Griechen in Olympia in gemeinsamen Opfern und athletischen Wettkämpfen. Volsinii kam als letzte Etruskerstadt unter röm.Herrschaft (3.Jh)
Die etrusk.Oberschicht wurde in die römische integriert.( ein bekanntes Beispiel dafür ist Mäcenas, der aus Arezzo stammte; er war nicht nur Förderer von Dichtern wie Vergil und Horaz, sondern auch wichtigster Berater des Kaisers Augustus)