Im Talschluß des Stubaitales erstreckt sich in einer
Höhenlage von 970m bis 3507m das Gemeindegebiet
von Neustift im Ausmaß von 249 qkm.
Neustift ist damit nach Sölden die zweit größte Gemeinde
Tirols. Bei der letzten Volkszählung  hatte Neustift
ca. 5000 Einwohner.
Da von der Gesamtfläche nur 5,1% als dauernd
besiedelbare Fläche gelten, ist die Siedlungsdichte
mit 260 Einwohnern je qkm Dauersiedlungsfläche
verhältnismäßig hoch.
Neustift liegt im subkontinentalen Klimabereich.
Die mittlere Jahrestemperatur beträgt in 
tieferen Lagen 4- 6° C; Die Jahresniederschlagsmenge
schwankt von 700 mm bis 1000 mm in den Tallagen
und erreicht maximal 2000 mm in der Höhenzone.
 
Das fast 25.000 Hektar umfassende Gemeindegebiet
dringt mit seinen Talverzweigungen tief in die 
Stubaier Alpen ein, die selbst wieder eine Gruppe
der Westlichen Tiroler Zentralalpen sind.

 

 
Hochgebirgsseen
im Gemeindegebiet von Neustift
Mutterberger See · 3,2 ha · 2483m
ca. 1150 m südlich der Hölltalspitze, zwischen Glamergrube
und der hohen Grube.
Blaue Lacke · 2,5 ha · 2289m
ca.500 m südlich der Sulzenauhütte am Lübecker Weg.
Grünauersee · 4,5 ha · 2328 m
ca. 1,6 km westlich der blauen Lacke; ca. 1 km nördlich des
Gamsspitzels unter der Schneide.
Falbesoner See · 1,5 ha. · 2475 m
Ursprungsgebiet des Falbesonbaches; ca. 300 m 
südlich des Falbesoner Kräuferners.
Rinnensee · 1,5 ha · 2646 m
ca. 400 m südöstlich der Rinnenspitze, ca. 1200 m östlich der Berglasspitze.
 
Es war einmal
Alte Volksagen aus dem Stubaital
 
Es war einmal eine Zeit, da gab es noch kein Fernsehen
in unseren Stuben, da fand man nach getaner Arbeit
noch Zeit zum Erzählen, nicht nur die Neuigkeiten des Alltags
wurden besprochen, immer wieder war auch von alten Zeiten
die Rede.
So wurden Geschichten von Generation zu Generation
weitergegeben und vor den Vergessen bewahrt.
Hier nun einige Kostproben aus dem Stubaier Sagengut:
Den ganzen Sommer über wohnen die Kasertörggelen
auf den Stubaier Almen. Es sind unsichtbare,
geisterhafte und im allgemeinen harmlose Kinder.
Zu Martini (11.November) kommen die Kasertörggelen
von den Almen herunter und können allerlei Unfug anrichten.
In Volderau, so erzählen sich, hätten sie einmal sämtliches
Geschirr, das in der Küche noch herumstand, auf den Boden
geworfen und zerbrochen, wobei sie höhnisch  lachend 
sangen: "Soviel Hifelan und Hafelan haben wir noch nie
gseachn wie zu Volderau am Tafelan" (Abstelltisch).
Deswegen wurde auch darauf geachtet, daß an diesen
Tag nichts herumstand.
Den Fürwitz können die Kasertörggelen ganz und gar
nicht vertragen.
Es ist daher ratsam, abends die Fensterläden zu schließen
wenn zu Martini die geisterhafte Kinderschar
durchs Dorf zieht.
Einmal soll ein neugieriger Knecht heimlich hinausgeschaut haben,
da rief eine Kinderstimme: " Geh tu die Balken zu!"
In diesen Augenblick erblindete der Knecht.
Er versuchte alle möglichen Mittel zu seiner Heilung,
er fragte auch fromme Geistliche um Rat; alles vergebens.
Da riet im endlich eine alte Bäuerin:" Nächstes Jahr
mehr (wieder) zuschauen!"
Er befolgte ihren Rat, und richtig wanderten die geisthaften
Kinder ein Jahr später wieder vorbei.
Schon glaubte der Knecht, sie seien alle vorüber,
als er eine Stimme vernahm: "Geh, tu die Balken au!"
Da war er wieder sehend.
Es gab auch bösartige Norggen.
So hat einmal ein solches Ding beim Bauer zu Vigör
zwei Kühe an eine Kette gehängt.
Zufällig war der Hirt zugegen. Er legte zwei
Weidenstöcke in Form eines Kreuzes auf die Kette
und sofort sprang die Kette auseinander.
Auf der Muterbergalm sieht man zuweilen in
mondhellen Nächten einen schwarzen Stier mit 
weißen Stirnfleck. Es ist der Geist eines Senners,
der das Vieh mißhandelt hat. Zur Strafe dafür muß
er als Stier umgehen. Er kann jedoch erlöst werden,
weil er ein Zintl, das heißt, einen weißen Stirnfleck hat.
Solche büßenden Senner sollen der Sage nach auch
auf anderen Almen umgehen, auf Grawa, 
auf Schoangiloar, und auf Oberiß.
 
Auch vom Lizenmandel ging in alten Zeiten die Rede.
Das Lizenmandl ist ein kleines Ungschichtl;
es wohnt auf der Liza ( das ist der obere Tennen)
und ist Beschützer des Hauses.